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Wir sind eins in Gottes Schöpfung
Metaphysische Anwendungsideen für die wöchentliche Bibellektion der Christlichen Wissenschaft zum Thema

 “Der Mensch”
für den 28. August bis 3. September 2023 

von Christie C. Hanzlik, C.S., Boulder, CO ccern@mac.com – 720-331-9356 – christiecs.com


 (Anmerkung der Übersetzerin: Während die deutsche Sprache zwischen „Mann“ und „Mensch“ unterscheidet, werden im Englischen beide Begriffe in einem („man“) zusammengefasst. Zum besseren Verständnis wird im Folgenden „Mensch“ verwendet, wenn es um die neutrale Bezeichnung geht. Um dem Wortspiel der Autorin zu entsprechen, wird oft das englische Wort „man“ im Original verwendet – zur Abgrenzung zum deutschen „man“ aber kursiv und klein geschrieben)


EINLEITUNG: GOLDENER TEXT UND WECHSELSEITIGES LESEN

Die christlich-wissenschaftliche Bibellektion dieser Woche zum Thema “Der Mensch” (Englisch: „man“) bringt uns zum Nachdenken über die metaphysische Konzepte der Begriffe “Geschlecht”, “männlich” und “weiblich” in Gottes Schöpfung. Hier bezieht sich “man” auf den geschlechtsneutralen Begriff “Mensch”, und trotzdem betont die Lektion dieser Woche die “Tochter, Frau, Mutter”-Charakteristika – die weiblichen Eigenschaften des göttlichen Gemüts, die wir alle zum Ausdruck bringen. Jede Geschichte in der Lektion zeigt, wie das göttliche Gemüt die Grenzen des Geschlechts als materielles/physisches Konzept überwindet, wie es die Grenzen, die dem Konzept “Frau” zu Unrecht auferlegt wurden, aufhebt.

Die Verwendung des englischen Begriffs “man” als geschlechtsneutral kann verwirrend sein. Im Englischen gibt es Wörter für “Person” und “Leute”, aber “Person” und “Leute” sind nicht ganz dasselbe wie das neutrale “man“. Stellen wir uns doch mal vor, unsere Bibellektion hieße “Leute”… das passt nicht so ganz. Um “man” richtig zu verstehen, sollten wir auf das lauschen, was man die “neue Sprache” (W&G 114:19) nennt – eine Inspiration, die über die Grenzen der Sprache hinausgeht. Wenn wir nicht wachsam sind, können die Grenzen von Sprache das geistige Verständnis beeinträchtigen.

Auf dem Familiencamp in CedarS fand ich neue Inspiration für die Geschlechtsneutralität des Begriffs “man“. Ich lernte eine Frau kennen, die die amerikanische Gebärdensprache (ASL) fließend beherrscht und die die Christliche Wissenschaft studiert. Als ich sie beobachtete, wie sie anspruchsvolle metaphysische Konzepte darstellte, war ich fasziniert. Ich bat sie, mir die Zeichensprache für die “Wissenschaftliche Erklärung des Seins” in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy (S. 468) zu zeigen. Eine der vielen Erkenntnisse aus unserem Gespräch war, dass ASL ein Zeichen für das geschlechtsneutrale “man” sowie ein Zeichen für “Mann” und “Frau” hat. Vielleicht beschreibe ich das jetzt nicht ganz richtig, aber so wie ich es verstehe, benutzte meine Freundin das geschlechtsneutrale “man“, als sie die “Wissenschaftliche Erklärung des Seins” in Gebärdensprache darstellte, die mit den Worten endet: “Folglich ist der Mensch („man“, Anm.d.Üb.) nicht materiell; er ist geistig.“ Im Englischen kann “man” geschlechtsneutral sein, aber es ist genau dasselbe Wort wie “Mann”, was das männliche Geschlecht bezeichnet. Im Gegensatz dazu hat ASL ein eigenes Zeichen für das geschlechtsneutrale Geschlecht, das nicht mit dem Wort für “Mann” identisch ist. 

Neben der Frage der Geschlechtsneutralität inspiriert die göttliche Metaphysik zu Erkenntnissen über die Pronomen – ich, du, er, sie. Im Jahr 1955 untersuchte Paul Stark Seeley das Konzept der Pronomen und der Individualität in einem Artikel mit dem Titel “I-YOU-HE-SHE” im C.S. Journal. Er schreibt: “Achten Sie darauf, wie oft Sie die Personalpronomen denken und sprechen, und Sie werden überrascht sein, welchen Platz sie in Ihrem Bewusstsein einnehmen. Wir benutzen sie, um die Identität von uns selbst oder von jemand anderem zu bezeichnen. Da die wahre Identität für denjenigen, der versucht, mit wissenschaftlicher Genauigkeit zu denken, so wichtig ist, muss er sorgfältig auf die Bedeutung achten, die er den Personalpronomen zu geben bereit ist.”  Einfach ausgedrückt können Pronomen eine von Gott getrennte Persönlichkeit implizieren, wenn sie unbedacht verwendet werden. Wie Paul Stark Seeley erklärt, ist es “unmöglich, sich von den Fesseln der Materie und der Sterblichkeit zu befreien, solange man zustimmt, bei “ich”, “du”, “er” und “sie” im Sinne einer sterblichen Person zu denken.”

(https://journal.christianscience.com/shared/view/9lly80husw?s=e)

Meines Erachtens können wir nicht zulassen, dass persönliche Meinungen und Weltanschauungen über Geschlecht und Pronomen uns davon abhalten, die “neue Sprache” anzunehmen – die Inspiration, die über Sprache hinausgeht -, während wir uns um ein geistiges Verständnis bemühen. Die “neue Sprache” ist das, was alles heilt. Während eine allgemeine Weltanschauung uns wohl mit Meinungen über Geschlecht und “Geschlechtsidentität” spalten will, bietet uns die Christus-Wissenschaft einen Christus-Weg an, um mehr über unsere wahre Identität jenseits körperlicher Merkmale und jenseits sterblicher Grenzen zu entdecken.

Achten wir hier mal auf den Goldenen Text, den Leitgedanken der Lektion: 

“So spricht Gott der Herr: “Siehe, ich will meine Hand zum Schwur über die Völker erheben, und stelle meine Fahne für die Völker auf; Sie werden eure Söhne in ihren Armen tragen, und eure Töchter sollen auf ihren Schultern getragen werden.” (Jesaja 49:22, New King James Bibel)

Was für ein großartiges Bild! Gott – kein anthropomorphes Wesen, sondern die Kraft und Macht des allgegenwärtigen Gemüts – setzt eine Norm für das Volk durch, bei der die Söhne in ihren Armen und die Töchter auf ihren Schultern getragen werden. Übrigens, wer anfangs von den Pronomen im Goldenen Text verwirrt ist, ist nicht allein… es braucht definitiv Inspiration, um das zu verstehen.

Das Wechselseitige Lesen enthält die Geschichte von den fünf Töchtern Zelophehads, welcher ohne männliche Erben gestorben war. Die fünf Töchter traten mutig vor Mose, Eleasar, den Priester, und alle Fürsten und die Gemeinde (vermutlich alle männlich) und baten darum, dass sie das Erbe ihres Vaters erhalten mögen. Mose “brachte den Fall vor den Herrn”, und sein Gebet veranlasste ihn dazu, das jüdische Gesetz in einer richtungsweisenden Weise zu ändern, so dass nun Töchter Eigentum erben konnten. (4. Mose 27:1 (zu:), 2, 4-7)

Vor dieser Änderung des jüdischen Gesetzes galt das Erbrecht nur für Männer. Doch nach dieser Änderung konnten auch Frauen erben. Um die Bedeutung dieser Änderung besser zu verstehen, muss man die unzähligen Erwähnungen von “Erbe” und “Erben” in der Bibel betrachten. So lesen wir zum Beispiel im Römerbrief: “Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind: Und wenn wir Kinder sind, so sind wir auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi.” (Röm. 8:16) Bevor die Töchter Zelophehads sich durchsetzten, hätte die Formulierung “Miterben Christi” bedeuten können, dass nur Männer Miterben von Christus sein können. Jetzt, nach der Änderung, ist es möglich, auch Frauen als Miterben Christi zu betrachten. Danke, Töchter von Zelophehad! Diese Töchter wurden tatsächlich auf den Schultern des Volkes getragen!


ABSCHNITT 1: MANN UND FRAU DER SCHÖPFUNG GOTTES

Im ersten Abschnitt der Lektion werden die “Söhne und Töchter” und “Mann und Frau” der Schöpfung Gottes festgelegt. Im 1. Mose heißt es: “Gott schuf den Menschen als sein Abbild, als Abbild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er ihn” (Zitat B2, 1. Mose 1,3-27).  Manche Leute lesen “männlich und weiblich” so, dass sowohl Männer als auch Frauen geschaffen wurden, und andere lesen es so, dass jeder von uns mit männlichen und weiblichen Eigenschaften geschaffen wurde. Ich liebe es, dass der Weg Christi zum Nachdenken anregt und uns über die Grenzen der Sprache hinaushebt. Wenn ich dies lese, strebe ich danach, über sterbliche Meinungen hinauszugehen und tiefere Wahrheiten über geistige Identität zu entdecken. Hier ist ein einfaches Gebet, das die Verwirrung in dieser Angelegenheit auflöst: “Wir sind dein” (Zit. B4, Jesaja 63:16-19). Wenn wir uns nicht sicher sind, wie das Geschlecht zu verstehen ist, können wir einfach sagen: “Wir sind dein.”

In Wissenschaft und Gesundheit lesen wir: “Mensch ist der Familienname für alle Ideen, die Söhne und Töchter Gottes. Alles, was von Gott ausgeht, bewegt sich in Übereinstimmung mit ihm und spiegelt Güte und Macht wider” (Zit. S3, 515: 22-23). Diese Aussage erhebt das Denken über die Grenzen des Geschlechts als physisches Erkennungszeichen. Mary Baker Eddy erklärt: “Es gibt nur einen Schöpfer und nur eine Schöpfung. Diese Schöpfung besteht in der Entfaltung geistiger Ideen und deren Identitäten, die vom unendlichen Gemüt umfasst und für immer widergespiegelt werden. Diese Ideen reichen vom unendlich Kleinen bis zur Unendlichkeit, und die höchsten Ideen sind die Söhne und Töchter Gottes” (zit. S4, 502: 30).

Wenn wir mehr über unsere Identität wissen wollen, können wir beten: “Wir sind dein.“


ABSCHNITT 2: KINDER DES LICHTS – VORBILD DER EXZELLENZ

Der zweite Abschnitt setzt das Thema fort, dass “Gott sie von Anfang der Schöpfung an als Mann und Frau schuf” (zit. B5, Mk 10,6). In diesem Abschnitt wird das Konzept von uns als Kindern betont. Es ist wichtig zu erkennen, dass der Mensch – die allgemeine Beschreibung, die alle Arten und Gattungen umfasst – sowohl den kollektiven als auch den individuellen Menschen meinen kann. Wenn das Wort Kinder – ein Begriff, der ebenfalls alle Arten und Gattungen einschließt – verwendet wird, regt es mich dazu an, an uns zu denken, die wir zu Gott, dem göttlichen Gemüt, gehören und untrennbar sind von Gott, dem göttlichen Gemüt.

Im Römerbrief heißt es: “Diejenigen, die Kinder des Fleisches sind, die sind nicht Kinder Gottes”. Das bedeutet nicht, dass manche Menschen nicht von Gott und andere Menschen doch von Gott sind. Die “Kinder Gottes” beschreiben den wahren Menschen, den einzigen Menschen, den es gibt, der alle Arten und Sorten umfasst. Die “Kinder des Fleisches” beschreiben den gefälschten Menschen, der sterblich, begrenzt und in Geist und Körper von Gott getrennt ist. In Wahrheit gibt es so etwas wie “Kinder des Fleisches” nicht, da dies bedeuten würde, dass etwas außerhalb der Schöpfung des göttlichen Gemüts existiert. Wir könnten “Fleisch”, wie es im Römerbrief verwendet wird, als etwas Materielles, Begrenztes und lediglich Hypothetisches definieren – das umgekehrte Bild, die Fälschung der Geistigkeit. Mary Baker Eddy erklärt: “In der Wissenschaft sind wir die Kinder Gottes; aber was immer vom materiellen Sinn stammt oder sterblich ist, gehört nicht zu Seinen Kindern, denn die Materialität ist das umgekehrte Bild der Geistigkeit.” (zit. S5, 572:8).

Sie erklärt auch, dass der Mensch ein Gattungsbegriff ist: “Das Geschlecht ist mental, nicht materiell […] Geschlecht bedeutet einfach Beschaffenheit oder Art und bezieht sich nicht notwendigerweise auf Männlichkeit oder Weiblichkeit.” Sie fährt fort: “Die intelligente individuelle Idee, die sich vom Geringeren zum Größeren erhebt, sei sie männlich oder weiblich, entfaltet die Unendlichkeit der Liebe.” (cit. S7, 508: 13-19, 24).

Ich liebe es, wie Mary Baker Eddys inspiriertes Verständnis von Geschlecht das Denken aufrüttelt. In letzter Zeit habe ich mit der Frage gebetet: “Beeinflusst mein Verständnis des Christus-Lichtes die Welt oder beeinflusst die Welt mich?” Ich stelle diese Frage in meiner geistigen Praxis, um wachsam zu sein für die Art und Weise, in der die Welt versucht, jeden von uns zu beeinflussen. Wenn ich diese Argumentation auf das Geschlecht anwende, könnte ich fragen: “Beeinflusst mein Verständnis für den wahren Mensch und das wahre Geschlecht die Welt, oder beeinflusst die Welt mich?” Ich identifiziere mich nicht als Frau, wie Frauen auf den Titelseiten von Modemagazinen dargestellt werden. Und ich identifiziere mich nicht als Mann, wie Männer auf den Titelseiten von GQ oder anderen Männermagazinen dargestellt werden. Ich strebe weder danach, wie die zweidimensionalen Bilder auf den Titelseiten der Zeitschriften zu sein, noch sehe ich diese Bilder als ideale Geschlechtertypen an. Was die Weltanschauung und der Einfluss der Welt über die Bedeutung von Geschlecht suggerieren, stimmt nicht. Was bedeutet also Geschlecht für jeden von uns? In Wahrheit hat jeder dieser Menschen auf den Titelseiten dieser Zeitschriften eine geistige Schönheit und einen individuellen Ausdruck der Seele, der über das hinausgeht, was auf einem Hochglanzcover abgebildet ist. Für mich führt das Beten über die Frage – was bedeutet  Geschlecht – zu geistigem Fortschritt.

Mary Baker Eddys Einsichten über “das sterbliche Modell”, das uns die Welt ständig suggeriert, sind sehr treffend, wenn man über das Geschlecht nachdenkt. Sie schreibt: “Hast du das sterbliche Vorbild akzeptiert? […] Die Welt hält es dir beständig vor Augen. Als Folge davon neigst du dazu, diesen niederen Mustern zu folgen, deine Lebensarbeit zu begrenzen und die verwinkelten Konturen und Missbildungen materieller Vorbilder in deine Erfahrung aufzunehmen. Um dem abzuhelfen, müssen wir zuerst unseren Blick in die richtige Richtung lenken und dann in diese Richtung gehen. Wir müssen vollkommene Vorbilder im Denken formen und ständig auf sie schauen, sonst werden wir sie niemals zu einem großartigen und edlen Leben ausgestalten. Lasst Selbstlosigkeit, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gesundheit, Heiligkeit, Liebe — das Himmelreich — in uns herrschen, und Sünde, Krankheit und Tod werden abnehmen, bis sie schließlich verschwinden.” (W&G S. 248:18 (nur), 19-33). Das ist jetzt mal ein richtiges Vorbild: “Selbstlosigkeit, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gesundheit, Heiligkeit, Liebe.“

Wenn wir darauf achten, dass unsere Reinheit die Welt beeinflusst, anstatt uns von dem Menschenbild der Welt beeinflussen zu lassen, werden wir geistige Fortschritte machen. Hier ist die “Lasst uns”-Diät, die es uns ermöglicht, den begrenzenden Einfluss der Welt zurückzuweisen:  “Lasst uns die Wissenschaft akzeptieren, alle auf dem Zeugnis der Sinne beruhenden Theorien fallen lassen, unvollkommene Vorbilder und trügerische Ideale aufgeben; und lasst uns so einen Gott, ein Gemüt haben, das vollkommen ist, und Seine eigenen Vorbilder der Vortrefflichkeit hervorbringt. Lasst „Mann und Frau“ so erscheinen, wie Gott sie erschaffen hat.” (cit. S9, 249:1-7).

Wir alle können uns an das “Rezept” für Schönheit, Kraft, Ausdauer, Weisheit und Frieden über das Geschlecht erinnern. Mary Baker Eddy schreibt: “Das Rezept für Schönheit heißt, weniger Illusion und mehr Seele zu haben, und sich von dem Glauben an Schmerz oder Freude im Körper in die unveränderliche Ruhe und herrliche Freiheit geistiger Harmonie zurückzuziehen” (W&G, S. 247:33).


ABSCHNITT 3: DEBORA – EIN VORBILDLICHER MENSCH

Abschnitt 3 beschreibt Debora als einen vorbildlichen Menschen, den es zu bewundern gilt. Also, die Beschreibung von Debora als vorbildlicher Mensch wirkt schon ein wenig holprig, obwohl der Begriff “Mensch” eigentlich ein Oberbegriff ist. Diese Sperrigkeit deutet darauf hin, dass die Sprache noch einen weiten Weg vor sich hat, bevor sie den allgemeinen Menschen richtig beschreiben kann.

Die englische Bible Lens Research hilft, die Bedeutung Deboras zu erklären:
“Während der zweihundert Jahre nach dem Tod Josuas wurde Israel von einer Reihe von 12 Richtern geleitet. Debora, die vierte Richterin, wird sowohl als weibliche Herrscherin in einer patriarchalischen Gesellschaft als auch als erfolgreiche Heerführerin gefeiert. Sie ist auch eine von mehreren Prophetinnen, die in der hebräischen Bibel erwähnt werden, darunter Miriam, Hannah und Huldah.“

Zu der Zeit, als Debora als Richterin diente, war Israel spirituell auf Abwege geraten und wurde etwa zwanzig Jahre lang von einem kanaanäischen König tyrannisiert. Bei der Bewältigung dieser Herausforderungen beweist Debora mehr Weisheit und Mut als der Krieger Barak. Als sie ihm den Auftrag erteilt, das kanaanitische Heer anzugreifen, bittet er sie, ihn in die Schlacht zu begleiten. Sie willigt ein, allerdings mit der Warnung, dass die Ehre des Sieges einer Frau zuteil wird (siehe Richter 4: 8, 9).

Deboras Heer besteht nur aus 10.000 Mann, während der feindliche Feldherr Sisera über eine Vielzahl von Kämpfern und Hunderte von eisernen Streitwagen verfügt. Doch das Vertrauen auf Gott überwindet diesen großen Nachteil und bringt den sicheren Triumph. (siehe B11: Richter 4: 4-23)

The Bible Lens erklärt auch die Bedeutung des “Debora Siegesliedes” in Richter 5: “Das Siegeslied der Debora, das als einer der ältesten Texte der Heiligen Schrift gilt, erinnert an den entscheidenden militärischen Sieg von Debora und Barak. Einige Übersetzungen gehen davon aus, dass Vers 7 darauf hinweist, dass die hebräischen Krieger träge geworden waren, bis Debora sie aufweckte – und dass das Landleben praktisch zum Erliegen gekommen war, weil die Menschen zum Schutz in die ummauerten Städte flohen. Was auch immer hier die genaue Bedeutung sein mag, Debora wird eine starke Führungsrolle zugeschrieben. Ein Gelehrter nennt sie Israels geistige und emotionale Stütze”.

Die Verse 20 und 21 schildern die Macht Gottes, der die himmlischen Kräfte sammelte und den Bach Kischon überflutete, um die Kanaaniter zu besiegen.  (zit. B12, Richter 5: 20,21)

Zu sagen, dass Debora eine große Richterin und militärische Anführerin “für eine Frau” war, wäre eine Untertreibung. Debora war eine große Richterin und militärische Anführerin für die ganze Menschheit, das schließt alle  Arten und Sorten von Menschen ein. Dass Debora eine Frau war, zeigt nur, dass sie noch mehr zu überwinden und zu erreichen hatte, als wenn sie als Mann identifiziert worden wäre. Ihr Vertrauen auf das göttliche Gemüt für Scharfsinn und Gnade ermöglichte es ihr, ihre geistige Individualität auszudrücken, ohne von den geschlechtsspezifischen Sitten der Zeit behindert zu werden. Mary Baker Eddy schreibt: “Das Verständnis seiner geistigen Individualität macht den Menschen wirklicher, gewaltiger in der Wahrheit und befähigt ihn, Sünde, Krankheit und Tod zu besiegen.” (zit. S11, 317: 19-21).  In Bezug auf Debora könnte dieser Satz lauten: “Deboras Verständnis ihrer geistigen Individualität macht sie realer und in der Wahrheit mächtiger und befähigt sie, Sünde, Krankheit und Tod zu besiegen.”

Debora – als weise Richterin – muss sich selbst genau gekannt haben und auf die Weisheit des göttlichen Gemüts eingestimmt gewesen sein. Sie trug die “Rüstung der Göttlichkeit” und verkörperte die Weisheit, die Mary Baker Eddy hier anbietet: “Zu allen Zeiten und unter allen Umständen überwinde Böses mit Gutem. Erkenne dich selbst, und Gott wird dir die Weisheit und die Gelegenheit zu einem Sieg über das Böse geben.” (zit. S14, 571:17-20).

Durch ihren Sieg bewies Debora, dass “das Böse […] keine Macht” ist (zit. S12, 192: 17-24). Und viel später hat Mary Baker Eddy dies erneut bewiesen, indem sie erklärte:  “In dieser Zeit der Umwälzungen macht sich die Frau auf, wie der Hirtenknabe mit seiner Schleuder, um mit dem Goliat zu kämpfen.” (zit. S15, 268:6). Mary Baker Eddy verwendet sonst in ihren Schriften fast immer den allgemeinen Begriff Mensch. Das machte mich aufmerksam auf die Art und Weise, in der sie den Begriff “Frau” in diesem Satz verwendet. Offensichtlich ist “Goliath” ein metaphorischer Feind. Aber bezieht sich “Frau” auf sie selbst? Verwendet sie den Begriff “Frau” als Gattungsbegriff? Ist dies eine Anspielung auf die Frau in der Offenbarung? Ich werde weiter darüber nachdenken.


ABSCHNITT 4: ANNA: DIE WEISHEIT DES GRAUHAARIGEN UND TREUEN MENSCHEN

Der vierte Abschnitt hebt die besondere Weisheit der grauhaarigen Frauen als Beispiel für weisen Menschen hervor. Der Abschnitt umfasst die Geschichte von Jesus, der von einer Frau geboren wurde, wobei der Schwerpunkt auf Anna, einer Prophetin, liegt. Bei Lukas lesen wir, dass Josef und Maria den neugeborenen Jesus in den Tempel brachten, und dort erkannten sowohl Simeon als auch Anna Jesus als den prophezeiten Messias. Dass Lukas Anna für würdig hielt, in seinem Evangelium erwähnt zu werden, zeigt uns, dass wir viel von ihrem Beispiel als Mensch Gottes lernen können. Auch hier zeigt sich eine sprachliche Holprigkeit, die wir wahrnehmen, wenn wir Anna als Vorbild für den Menschen bezeichnen, erneut eine Erinnerung daran, dass die Sprache noch nicht so recht in der Lage ist, den Begriff Mensch allgemein zu verwenden.

Anna stammte aus der Familie des Phanuel aus dem Stamm Asser. Nachdem ihr Mann gestorben war, blieb sie ihm treu und lebte allein. Manche interpretieren die Bibel so, dass Anna 84 Jahre alt war, als sie Jesus begegnete. Andere argumentieren, dass ihr Mann 84 Jahre vor ihrer Begegnung mit Jesus gestorben war. Wenn sie also 14 Jahre alt war, als sie heiratete, 7 Jahre verheiratet war und 84 Jahre seit dem Tod ihres Mannes vergangen waren, dann wäre sie etwa 105 Jahre alt gewesen, als sie Jesus begegnete. Die letztgenannte Auslegung unterstreicht, wie lange Anna dem Tempel und ihrem Mann treu blieb. In jedem Fall sagt die Bibel, dass Anna den Tempel nie verlassen hat, und dass sie als Vorbild ist für Treue und Weisheit. Sie betete Gott an, indem sie auf Nahrung verzichtete und Tag und Nacht betete. Als das Kind Jesus in den Tempel kam, war sie gerade dort, und sie dankte Gott dafür. Und sie berichtete allen, die auf die Befreiung Jerusalems durch Gott warteten, von Jesus. Mit anderen Worten: Anna war zusammen mit Simeon eine der ersten, die Jesus als den verheißenen Messias erkannten. (zit. B16, Lukas 2:21-40)

Anna musste nicht miterleben, wie Jesus Christus heranwuchs und seinen Dienst antrat, um den Christus in ihm zu erkennen. Sie erkannte, wie Mary Baker Eddy erklärt, “Leben ist, wie Christus, dasselbe ‘gestern und heute und auch in Ewigkeit’ ” (cit. S16, 249:19-20). Das Christus-Bewusstsein in Anna konnte den reinen Christus in Christus Jesus erkennen. Ihr geistiger Sinn – ihre “Prophetie” – entsprang ihrer “wahre[n] Auffassung vom Mensch und von Gott” (zit. S19, 258:25).

Annas “Prophetie” war nicht altersbedingt. Sie kam von ihrer Hingabe an die Christus-Wahrheit, ihrer Treue zum Tempel des Guten. Und das Alter konnte ihr Prophetentum nicht vermindern. Mary Baker Eddy erklärt: “Ohne den Irrtum, alles, was gut und schön ist, zu messen und zu begrenzen, würde der Mensch mehr als siebzig Jahre genießen und seine Kraft, Frische und Verheißung bewahren. Der Mensch, der vom unsterblichen Gemüt regiert wird, ist immer schön und edel. Mit jedem kommenden Jahr entfalten sich Weisheit, Schönheit und Heiligkeit […] Leben und Güte sind unsterblich. Lasst uns also unsere Anschauungen über das Dasein zu Lieblichkeit, Frische und Fortdauer gestalten statt zu Alter und Verkümmerung” (zit. S20, 246:21, 28).

Anna ist ein Vorbild-Mensch. Sie stieß die falschen, verlogenen Behauptungen des Alters um, indem sie die ewige Lieblichkeit, Frische und Fortdauer demonstrierte, die aus dem Christus-Bewusstsein kommen.

Wenn jemand sagt, ein Kind sei “reifer als sein Alter”, bedeutet das normalerweise, dass das Kind weise, geduldig und mutig ist. Das sollte uns wachrütteln, dass wir die Irrtümer über das Alter fallen lassen und das wahre Menschenbild annehmen, wie Anna, in dem Wissen, dass jedes weitere Jahr “Weisheit, Schönheit und Heiligkeit” entfaltet. (W&G 246:25).


ABSCHNITT 5: DIE TOCHTER DES KÖNIGS DRINNEN IST GANZ HERRLICH (cit. B19, Psalm 45:13)

Der fünfte Abschnitt enthält den Bericht über die Heilung der Frau durch Christus Jesus, die zwölf Jahre lang blutete. Das bedeutet, dass diese Frau nach jüdischem Recht entweder ihre Blutung hätte verbergen müssen oder zwölf Jahre lang als unrein gegolten hätte.  Christus Jesus sah natürlich die herrliche Frau, gesund, aufrecht und frei… vollkommen würdig. Als er ihre Treue spürte, konnte er sagen: “Tochter, sei getrost, dein Glaube hat dich gesund gemacht.” (cit. B22, Matthäus 9,20-22)

Auch wenn es nicht in der Lektion steht, ist die Chronologie dieser Heilung bemerkenswert, weil sie den Wert aller Menschen, unabhängig von Alter oder sozialem Status, belegt…

– Christus Jesus erzählt die Gleichnisse, dass man kein neues Tuch in alte Gewänder und keinen neuen Wein in alte Schläuche füllt.

– Ein prominenter Synagogen-Vorsteher wendet sich an Christus Jesus, um ihn zu bitten, seine gerade verstorbene junge Tochter (etwa 12 Jahre alt) zu heilen. Jesus folgt ihm.

– Auf dem Weg dorthin bemerkt Christus Jesus die ältere Frau, die seit 12 Jahren blutet (die Jahre, die diese Frau blutend und eine Ausgestoßene war, entsprechen vielleicht genau dem Alters des prominenten jungen Mädchens, um dessen Heilung er gerade gebeten worden war).

– Christus Jesus hält inne, um die ältere Frau zu heilen, da er ihren Wert erkennt, obwohl das junge Mädchen von größerer gesellschaftlicher Bedeutung zu sein scheint.

– Jesus Christus erweckt das junge Mädchen.

Die Chronologie dieser Heilungen hilft bei der Erkenntnis, dass Christus Jesus den Wert aller Menschen sah und die ältere Frau mit der Blutung nicht als weniger wert ansah als das junge Mädchen. Die Lügen von Unwürdigkeit, Alter, Krankheit und Tod wurden durch die Christus-Wahrheit umgestoßen.

Gemäß der göttlichen Wissenschaft gibt es so etwas wie einen unwürdigen Menschen nicht. Niemand ist wegen seines Alters oder einer sogenannten Missbildung unwürdig. Das Christus-Bewusstsein begreift klar unsere Ganzheit. Und wir alle sind zu diesem Christus-Bewusstsein fähig. Das göttliche Gemüt ist die Quelle des Christus-Bewusstseins und beherrscht alles.  Als die Frau mit der Blutung die Hand ausstreckte, um das Gewand Jesu Christi zu berühren, streckte sie ihre Hand aus, um ein klareres Verständnis für das Christus-Bewusstsein zu bekommen. Wie das Gewand Christi ist “die göttliche Wissenschaft vom Menschen […] zu einem einheitlichen Gewebe der Beständigkeit gewoben, ohne Naht oder Riss. Bloße Spekulation oder bloßer Aberglaube hat keinen Teil an dem göttlichen Gewand, wohingegen Inspiration das Christus-Gewand der Gerechtigkeit in allen seinen Teilen wiederherstellt.” (zit. S27, 242:23).


ABSCHNITT 6: EINE  FRAU BEKLEIDET MIT DER SONNE 

Im sechsten Abschnitt finden wir Hinweise auf die Frau in der Offenbarung, die “mit der Sonne bekleidet” ist (zit. B23, Offenbarung 12:1, 5). Auch wenn ich die Offenbarung nicht in ihrer Gesamtheit verstehen, finde ich jedes Mal, wenn ich tiefer eintauche, eine neue Inspiration darin. Im Zusammenhang mit der Bibellektion dieser Woche finde ich Mary Baker Eddys Einsichten über die Frau, die mit der Sonne bekleidet ist, sogar noch aufschlussreicher. Sie schreibt: “Der Offenbarer erblickte die geistige Idee vom Berg der Vision aus […] In der göttlichen Offenbarung verschwindet das materielle und körperliche Selbst, und die geistige Idee wird verstanden.”  Sie fährt fort: “Die Frau in der Apokalypse symbolisiert die Gattung Mensch, die geistige Idee Gottes; sie veranschaulicht die Koinzidenz von Gott und Mensch als göttliches Prinzip und göttliche Idee” (cit. S28, 561:8-9, 22-28)

Mit anderen Worten: Indem ein begrenztes Verständnis für das körperliche Selbst verschwindet, verschwindet auch ein falsches Konzept geschlechtsspezifischer Unterschiede – denken wir doch an den Pronomen-Artikel von Paul Stark Seeley, der uns ermutigt, ein falsches Verständnis von ICH-Du-Er- Sie in Frage zu stellen!

Wenn man diese Zitate aus der Offenbarung liest, nachdem man die Bibellektion dieser Woche studiert hat, wird einem deutlich, dass das Christusbewusstsein den Offenbarer in die Lage versetzte, sich Frau als generischen Menschen vorzustellen. Die Bigotterie der damaligen Zeit scheint es Johannes schwer bis unmöglich gemacht zu haben, sich Frau als generischen Menschen vorzustellen. Damit wird die Reinheit und Tiefe seiner Offenbarung als weiterer Beweis seines Christusbewusstseins noch deutlicher.

An den Beispielen der fünf Töchter Zelophehads, der weisen Debora, der treuen Anna und der würdigen Frau können wir erkennen, dass das wachsende und sich entfaltende Christusverständnis von Frau untrennbar mit dem Christus-Mensch verbunden ist. Aber wir haben den Vorteil von zweitausend Jahren Entfaltung. Dass Johannes die reine Weiblichkeit des Menschen in einer Vision sah, ist erstaunlich.

Johannes sah offensichtlich über die materielle Bedeutung des Geschlechts – eine Art oder Sorte Mensch – hinaus und erkannte die Vollkommenheit des Menschen. Mary Baker Eddy erklärt: “Die Frau des Lammes stellt die Einheit des Männlichen und Weiblichen dar, nicht mehr als zwei vermählte Individuen, sondern als zwei individuelle Naturen in einer; und diese zusammengesetzte geistige Individualität spiegelt Gott als Vater-Mutter wider, nicht als körperliches Wesen. In diesem göttlich vereinten geistigen Bewusstsein gibt es keine Einschränkung für die ewige Glückseligkeit — für die Vervollkommnungsfähigkeit der Schöpfung Gottes.” (zit. S29, 577:4).

Ein geistiges Verständnis von Geschlecht und Frausein ist mehr als bloße Theorie. Es ist entscheidend, um die “Vollkommenheit von Gottes Schöpfung” zu begreifen.  Wir können die Vollkommenheit des Menschen nicht begreifen, ohne die Vereinigung der männlichen und weiblichen Eigenschaften zu verstehen. Wie Mary Baker Eddy sagt: “Die Vereinigung der männlichen und weiblichen Eigenschaften bildet Vollständigkeit“. (W&G 57:4-5).

Je richtiger wir Gott und den Menschen sehen, je richtiger wir die Vereinigung der männlichen und weiblichen Eigenschaften sehen, desto mehr können wir unsere Vollkommenheit, unsere göttliche Güte und Liebe erkennen. „Lasst ‘Mann und Frau’ so erscheinen, wie Gott sie erschaffen hat“ (cit. S9, 249:1-6) – das ist für unsere Heilungspraxis nichts fremdes. Es ist entscheiden für unsere Heilungspraxis. In Mary Baker Eddys Worten: “Wenn die Sterblichen korrektere Anschauungen über Gott und den Menschen erlangen, werden zahllose Dinge der Schöpfung sichtbar werden, die vorher unsichtbar waren. Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Leben Geist ist — niemals in noch von der Materie —, dann wird sich dieses Verständnis zur Selbstvollendung erweitern, alles in Gott, dem Guten, finden und kein anderes Bewusstsein benötigen.“ (cit. S31, 264:13).

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