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„Unwirklichkeit“

vom 25. September bis zum 01. Oktober 2023

von Christie C. Hanzlik, C.S., aus Boulder, Colorado, USA
E-Mail: ccern@mac.com • Tel. 720-331-9356 Web: christiecs.com


Der Titel dieses Met stammt aus der zweiten Strophe von Lied 5 des „Liederbuchs der Christlichen Wissenschaft“:

Dient unserem Werk mit Herz und Hand,

Gehorcht dem guten Gott.

Erhöht Gesetz und Recht im Land,

Brecht Tyrannei und Spott.

Treu eurer Sendung, geht und heilt,

Von Sünd’ und Hass befreit.

Wer völlig in der WAHRHEIT weilt,

Erkennt die Wirklichkeit.


Goldener Text und Wechselseitiges Lesen

Das erste Wort des Goldenen Textes (oder des Hauptgedankens) der Bibellektion in dieser Woche lautet „Geliebte“. Dieser Satz lässt mich sofort die Liebe und Zärtlichkeit der Verfasser des Evangeliums spüren. Noch nie ist mir so stark aufgefallen, wie sehr die Autoren des Neuen Testaments uns an ihrer Klarheit für Sinn und Wert teilhaben lassen wollen.

Im Goldenen Text schreibt der Verfasser des ersten Petrusbriefs: „Geliebte, ich ermahne euch als Fremde und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten“ (Goldener Text, 1. Petrus 2:11). So wie ich diese Worte verstehe, ist dieser Autor von purer Liebe zu uns motiviert und möchte, dass wir uns zufrieden und erfüllt fühlen in einer scheinbar chaotischen Welt, die uns dazu drängt, ein fruchtloses Leben zu führen. Er sieht uns als „Geliebte“, die nicht in die Hektik der Welt passen, und spricht stattdessen zu uns als „Fremde und Pilger“. Er fordert uns auf, fleischliche Begierden zu meiden, die den reinen Frieden und die Freude stören.

In letzter Zeit habe ich viel über die Binsenweisheit nachgedacht, dass wir wahre Freude und Zufriedenheit nur durch Hingabe und Aufopferung erlangen. Oberflächlich betrachtet ist es verlockend zu glauben, dass wir glücklich und zufrieden sind, wenn wir Dinge tun, die uns glücklich machen: Urlaub, Brunch, Kino, ausgiebiges Einkaufen, essen gehen und so weiter. Und doch kann eine Übersättigung mit diesen Aktivitäten dazu führen, dass wir uns leer und traurig fühlen. Im Gegensatz dazu führt die Verpflichtung zu einem höheren Wohl zu echter Zufriedenheit und Freude – auch wenn dies bedeutet, dass wir eventuell auf einige gesellschaftliche Ereignisse verzichten.

Die Verpflichtung, Gutes zu tun, bedeutet nicht, dass wir nie zum Essen ausgehen oder Urlaub machen sollten – ganz und gar nicht. Aber der Autor des Ersten Petrusbriefs erinnert uns daran, dass ein Leben, das sich um weltliche Begierden dreht, ein Streit „gegen die Seele“ ist. Wir entdecken die Wirklichkeit eines tiefen Zwecks und Sinns, wenn wir in unserer Opferbereitschaft für das göttliche Wohl wachsen und unserem Wunsch, alles für die Ehre der göttlichen LIEBE zu tun, oberste Priorität einräumen.

Das Wechselseitige Lesen greift die Gedanken des Goldenen Textes auf und erinnert uns daran, uns von den Versuchungen „der Bosheit und allen Betrugs, von Heuchelei, Neid und jeder Verleumdung“ sowie hasserfüllten Worten abzuwenden. Der Verfasser des Ersten Petrusbriefs rät uns, die WAHRHEIT und reine Güte zu begehren, so wie sich ein neugeborenes Kind nach der Muttermilch sehnt – seiner natürlichen Quelle für Nahrung und Wachstum. Der Autor vergleicht die Muttermilch mit der Guten Nachricht, dass die göttliche LIEBE universell, allgegenwärtig und in uns ist – und jeden von uns aktiv eint, korrigiert und leitet.

Wir alle haben bereits einen Einblick – oder einen Vorgeschmack – auf diese metaphorische Milch der göttlichen LIEBE erhalten. Und wir wissen von Natur aus, dass nichts wichtiger ist als diese allumfassende Macht. Wir alle können uns an einen kleinen oder großen Moment erinnern, in dem wir das tiefe Gefühl hatten, geliebt zu sein – auch wenn wir glaubten, es nicht zu verdienen. Vielleicht hat uns jemand einen Fehler verziehen oder war nachsichtig, wenn wir zu spät kamen. Oder uns eine Mahlzeit serviert, obwohl wir ungeduldig waren. Diese gnädige Liebe ist Ausdruck der Güte Gottes – das Gefühl, geliebt zu sein, auch wenn wir meinen, es nicht zu verdienen. Gottes Gnade ist unbegrenzt.

Christus Jesus lehrte seine Jünger die umwandelnde Kraft der Güte. In seinem Dienst verkündete er die göttliche LIEBE sowie das PRINZIP, das zärtlich und anspruchsvoll zugleich ist. Und er demonstrierte den höchsten Standard der Aufopferung an das Gute.

Um seine Hingabe an das Gute, Wahre und Wirkliche zu demonstrieren, brachte Christus Jesus das ultimative Opfer am Kreuz dar. Christus Jesus „hat für uns gelitten“, um den ultimativen Weg zu dauerhafter Freude und Zufriedenheit aufzuzeigen. Durch die Kreuzigung demonstrierte er seine Bereitschaft, alles für die göttliche WAHRHEIT und LIEBE aufzugeben; und er tat dies ohne „Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid, Verleumdung und hasserfüllte Worte.“ Und natürlich lassen wir Christus Jesus nicht am Kreuz, wir feiern seine Auferstehung – die Überwindung der Heuchelei der Welt, die Überwindung von Einschränkungen. Das Opfer Jesu Christi demonstriert für uns alle „eine neue und höhere Idee von Unsterblichkeit“ (WG 593:9).

In jedem Augenblick, in dem wir uns verpflichten, unsere Feinde zu lieben und selbstbezogene Verhaltensweisen zu opfern, ehren wir das Opfer Jesu Christi am Kreuz und feiern die Auferstehung, die „Vergeistigung des Denkens“ (WG 593:9).

Der Verfasser des Ersten Petrusbriefs möchte, dass wir diese Gnade spüren, indem er uns sagt: „Wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist, […] werdet auch ihr als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufgebaut, zu einer heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus.“

Der Autor beschreibt diejenigen, die sich dem Ziel widmen, mehr über Christus zu erfahren, als „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft“ und erinnert uns daran, dass diese Hingabe uns aus der Verwirrung und Dunkelheit in die Klarheit und das Licht führt. Wenn dies geschieht, verlieren wir das Gefühl, „wie irrende Schafe“ zu sein, und fühlen uns von dem „Hirten und Wächter [unserer] Seelen“ getröstet, geführt und beschützt. Das ist wahre Befriedigung (Wechselseitiges Lesen, 1. Petrus 2:1-3, 5, 9-11, 21, 22, 25).


Abschnitt 1: Erkenne das Wirkliche, wende dich vom Unwirklichen ab!

Manchmal scheint es schwierig, das Wirkliche vom Unwirklichen zu unterscheiden und über die unzähligen widersprüchlichen menschlichen Meinungen, die in der Welt umherschwirren, hinwegzusehen. Und doch müssen wir erkennen, was gut und wahr ist – was real und was unwirklich ist. Im Ersten Johannesbrief lesen wir: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten in die Welt hinausgegangen“ (Zitat B1, 1. Johannes 4:1).

Durch Gebet, also indem wir uns von der menschlichen Meinung abwenden und unser Herz der göttlichen Inspiration öffnen, gewinnen wir ein immer klareres Gefühl dafür, was wirklich ist. Zweifellos ist das, was zur Rechtschaffenheit führt – Güte, Reinheit, Weisheit, Frieden, Zufriedenheit, Freude und so weiter – wahr. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Gesetze der göttlichen Wissenschaft, erklärt: „Das inspirierte Denken gibt eine materielle, sinnliche und sterbliche Theorie vom Universum auf und nimmt die geistige und unsterbliche an“ (Zitat WG1, 547:29).

In den Psalmen finden wir dieses einfache Gebet, das sicherstellt, dass wir uns der göttlichen WAHRHEIT und nicht menschlichen Meinungen zuwenden: „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn“ (Zitat B2, Psalm 143:10).


Abschnitt 2: Christus-Wahrheit rettet dich vor Unwirklichkeit

Der erste Abschnitt der Lektion führte uns auf den Weg des praktischen Gebets, um das Wirkliche vom Unwirklichen zu unterscheiden. Durch das Gebet können wir uns von den „vielen falschen Propheten“, die „in die Welt hinausgegangen“ sind, abwenden und uns auf den göttlichen GEIST, den „Hirten und Wächter [unserer] Seelen“, einstimmen (Zitat B1, Johannes 4:1; Wechselseitiges Lesen, 1. Petrus 2).

Und doch mag es sich manchmal so anfühlen, als sei es zu viel, ständig wachsam zu sein. Als hätten wir vielleicht Fehler gemacht, auf „falsche Propheten“ gehört oder eine Reihe von Unwahrheiten über uns selbst und die Welt akzeptiert. Doch es ist nicht alles verloren. Wir sind niemals allein. Der Psalmist verspricht uns: „Der Herr schafft allen Gerechtigkeit und Gericht, die Unrecht leiden“ (Zitat B4, Psalm 103:6).

Gott ist gut. Denk daran, dass „gut“ nicht nur ein Adjektiv ist, das Gott beschreibt, wie es einen Kuchen beschreibt, der schmeckt. Gott ist tatsächlich gut. Und allein das Gute ist wirklich. Gott, das Gute, hebt alle falschen Vorstellungen von Unwirklichkeit auf.

Wir haben oft das Gefühl, dass wir ein absolut makelloses Leben führen müssen, um ein:e Heiler:in zu sein und als Prophet:innen zu leben. Aber viele der biblischen Propheten führten ein Leben, das wir vielleicht als fehlerhaft bezeichnen würden. Abraham belog etwa die Ägypter:innen (1. Mose 20:2-7), Jakob verriet seinen Bruder mehrmals (1. Mose 25:19-34; 27:1-41) und Mose war jähzornig und ermordete sogar einen Menschen (1. Mose 20:2-7).

Und doch sprach Gott, das Gute, immer noch zu ihnen. Sie alle lernten, Christus zu spüren, ein Bewusstsein von Gottes Gegenwart. Mary Baker Eddy erklärt: „In allen Generationen, vor wie nach der christlichen Zeitrechnung, ist der Christus als die geistige Idee – die Widerspiegelung GOTTES – mit einem gewissen Maß an Macht und Gnade zu all denen gekommen, die bereit waren, Christus, WAHRHEIT, zu empfangen. Abraham, Jakob, Mose und die Pro­pheten erlebten herrliche Lichtblicke von dem Messias oder Christus, die diese Seher mit der göttlichen Natur, dem Wesen der LIEBE, tauften“ (Zitat WG5, 333:18-26).

Es ist unrealistisch – unwirklich – zu glauben, dass die Christus-Wahrheit nicht mächtig genug wäre, uns zu erreichen, nur weil wir einen Fehler gemacht haben. Weit gefehlt: Tatsächlich ist die Wirkung der Christus-Wahrheit „umstürzen, umstürzen, umstürzen“ (Hesekiel 21:27; frei nach der englischen King-James-Übersetzung).

Es ist natürlich nicht so, dass die Gnade der Christus-Wahrheit, zu vergeben und zu erlösen, uns von dem Streben abhalten sollte, rein und rechtschaffen zu leben. Wir müssen uns nicht selbst Schwierigkeiten bereiten – das wäre schlichtweg zu viel Arbeit. Wie Mary Baker Eddy sagt: „Sinnlichkeit ist nicht Seligkeit, sondern Knechtschaft. Um wahrhaft glücklich zu sein, muss der Mensch mit seinem PRINZIP, der gött­­lichen LIEBE, harmonieren; der Sohn muss im Einklang mit dem Vater sein, in Übereinstimmung mit Christus“ (Zitat WG6, 337:8-11). „Selbstsucht und Sinnlichkeit werden im sterblichen Gemüt durch die Gedanken gebildet, die immer wieder auf das eigene Ich zurückkommen, durch Gespräche über den Körper und dadurch, dass wir ständig Freude und Schmerz von ihm erwarten; und diese Erziehung geht auf Kosten des geistigen Wachstums. Wenn wir das Denken in sterbliche Gewänder hüllen, muss es seine unsterbliche Natur verlieren“ (Zitat WG7. 260:20-31).

Anstatt der Selbstsucht nachzugeben, sollten wir uns bemühen, gut zu leben und Gutes zu tun sowie unser Herz für die Botschaft der Christus-Wahrheit offenzuhalten. Wie wir im Hebräerbrief lesen: „Seid also vorsichtig, liebe Brüder und Schwestern. Seht zu, dass eure Herzen nicht böse und ungläubig sind und euch von dem lebendigen Gott abwenden. Denn wenn wir bis zum Ende treu sind und Gott genauso fest vertrauen wie am Anfang unseres Glaubens, werden wir an allem teilhaben, was zu Christus gehört” (Zitat B7, Hebräer 3:12, 14; frei nach der englischen „New Living Translation“).

Während ihrer Entdeckung der Heilungsgesetze der Christlichen Wissenschaft erkannte Mary Baker Eddy die Tendenz des begrenzten Denkens, sich den groben Problemen der Sterblichkeit hinzugeben – „der Knechtschaft unter einem unwirklichen Herrscher […] in der Annahme, dass der Körper […] regiere und nicht das GEMÜT.“ Aber sie weigerte sich, die Unwirklichkeit zu akzeptieren, dass GOTT Disharmonie schaffen könne. Sie beschreibt es so: „[…] durch den Glauben an GOTT drang ich vorwärts, indem ich WAHRHEIT, der starken Befreierin, vertraute, mich in das Land der Christlichen Wissenschaft zu führen, wo die Fesseln fallen und die Rechte des Menschen völlig erkannt und anerkannt sind. Ich sah, dass das Gesetz einer sterblichen Auffassung allen Irrtum in sich schließt und dass die Ansprüche der versklavenden Sinne verneint und aufgehoben werden müssen, genauso wie die Gesetze der Unterdrückung angefochten und die Sterblichen über ihr Recht auf Freiheit belehrt werden“ (Zitat WG8, 226:24-8).


Abschnitt 3: Die göttliche LIEBE korrigiert und regiert den Menschen

Im dritten Abschnitt finden wir die Geschichte von Schimi (Schemaja) und David. Schimi war sehr grausam zu David und seinen Männern und griff sie mit hasserfüllten Worten und sogar Steinen an. Aber als David die Gelegenheit bekam, Schimi zu bestrafen, verzichtete er darauf (Zitat B9, 2. Samuel 16:5,6, 9, 10, 12-14). Vielleicht steht Schimi für einen Feind, dem unmöglich zu vergeben ist. Nur durch Gebet kannst du einem solchen Feind vergeben.

Mary Baker Eddy hatte ebenfalls mit Feinden wie Schimi zu tun, die grausam und hinterlistig waren. Sie erklärt: „Ein Widersacher ist jemand, der sich widersetzt, der leugnet und bestreitet, nicht jemand, der die Wirklichkeit und Wahrheit errichtet und aufrechterhält“ (Zitat WG9, 580:28-30).

Manchmal treten diese „Widersacher“ in Form ungerechter Menschen auf, aber oft erscheinen sie als falsche Suggestionen, Unwahrheiten, über den Körper. Ein sinnlicher Gedanke, der uns vom Guten abbringt, kann scheinbar genauso viel Unfrieden stiften wie ein gemeiner Mensch. Mary Baker Eddy schreibt: „Ein sinnlicher Gedanke, der wie ein Staubkorn in das Angesicht der geistigen Unermesslichkeit geschleudert wird, ist törichte Blindheit anstelle eines wissenschaftlichen ewigen Bewusstseins von der Schöpfung“ (Zitat WG11, 263: 28).

In der heutigen Welt versuchen die vielen menschlichen Meinungen über den Körper uns dazu zu bringen, Gegner als Freunde zu akzeptieren. Oder in Mary Baker Eddys Worten: „Die weitverbreiteten Kräfte des Bösen, die heute so offensichtlich sind, zeigen sich im Materialismus und in der Sinnlichkeit dieser Zeit, die gegen das nahende geistige Zeitalter ankämp­­fen“ (Zitat WG12, 65:15-18).

Während sie ihr Hauptwerk „Wissenschaft und Gesundheit“ schrieb und überarbeitete und die Christliche Wissenschaft öffentlich verbreitete, sah sich Mary Baker Eddy mit menschlichen Widersachern und dem Gegner Negativismus konfrontiert. Und doch wusste sie, dass unsere sogenannten Feinde keinen Schaden anrichten können, wenn wir ihre Ohnmacht angesichts der göttlichen Macht der unendlichen LIEBE erkennen.

Mary Baker Eddy hatte nicht lediglich nette Worte für diejenigen übrig, die sie ungerecht behandelten. Sie liebte sie. Höre dir diesen Bericht von Irving Tomlinson an, einem Studenten der Christlichen Wissenschaft, der Folgendes über seine Erfahrungen mit Mary Baker Eddy schrieb:

„Eine Heilung, an die ich mich mit großem Interesse erinnere, ereignete sich im Jahre 1907, zur Zeit der Klage der sogenannten ,Engen Freunde’, als viele Zeitungen ihre Reporter nach Concord schickten, in der Hoffnung, Interviews mit Mrs. Eddy zu erhalten. Da es fast ihre ganze Zeit in Anspruch genommen hätte, wenn sie all diese Pressevertreter empfangen hätte, ernannte sie mich zum Empfänger und Überbringer von Mitteilungen. Zu dieser Zeit gab es drei oder vier Reporter, die Mrs. Eddy unbedingt sehen wollten.

Mrs. Eddy hatte mich gebeten, diese Männer anzurufen und ihnen mitzuteilen, dass es ihr unmöglich sei, sie zu empfangen. Aber sie warnte mich gleichzeitig: ,Fragen Sie unbedingt nach dem leitenden Mitarbeiter und sprechen Sie ihn direkt an.’

Das Telefon klingelte, und einer der jüngeren Reporter nahm den Anruf entgegen. Gemäß den Anweisungen bat ich darum, mit dem Leiter zu sprechen, aber man sagte mir, dieser sei zu krank. Ich sagte: ,Sagen Sie ihm, er soll zum Telefon kommen; er kann hören, was ich sage, auch wenn er nicht sprechen kann.’

So kam der leidende Redaktionsleiter zum Telefon. Er hörte einige Augenblicke lang zu. Als er sich vom Telefon abwandte, konnte er nicht nur perfekt sprechen, er war auch geheilt.

Einige Jahre später rief ein Verwandter dieses Mannes in meinem Büro in Boston an und gab mir folgende Nachricht: ,Mein Onkel bat mich, Sie zu sehen und Ihnen zu sagen, dass er sich in seinen letzten Tagen der Christlichen Wissenschaft zugewandt hat und wusste, dass er Mrs. Eddy für seine Heilung in Concord zu Dank verpflichtet war’ (frei nach Irving Tomlinson, „Zwölf Jahre mit Mary Baker Eddy“, S. 69-71).“

Mit diesem Beispiel der Liebe und Heilung ihres Feindes bewies Mary Baker Eddy ihre eigenen Worte: „Wenn Selbstsucht dem Wohlwollen gewichen ist, werden wir unseren Nächsten selbstlos betrachten und die segnen, die uns fluchen; aber wir werden dieser großen Pflicht niemals gerecht, wenn wir einfach nur um deren Erfüllung bitten“ (Zitat WG13, 9:11-14).


Abschnitt 4: Glück ist selbstlos

Der vierte Abschnitt enthält das Gleichnis Jesu von einem wohlhabenden Mann, der seine Zeit und Mühe dafür aufwendet, immer mehr menschliche Schätze anzusammeln. Aber letztendlich ist der Mann geistlich unvorbereitet und besitzt nichts von Wert. Wie Lukas sagt: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und nicht reich ist bei Gott“ (Zitat B12, 12: 16-21).

Der vierte Abschnitt enthält auch die Weisheit Jesu Christi in der Bergpredigt, in der er uns sagt: „Darum sollt ihr euch nicht sorgen und sagen: ‚Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Was werden wir anziehen?’ Diese Dinge beherrschen die Gedanken der Ungläubigen, aber euer himmlischer Vater kennt bereits alle eure Bedürfnisse. Trachtet vor allem nach dem Reich Gottes und lebt rechtschaffen, dann wird er euch alles geben, was ihr benötigt“ (Zitat B13, Matthäus 6:31-33, frei nach der englischen „New Living Translation“).

Diese weisen Worte helfen uns, die Unwirklichkeit zu durchschauen, dass die Anhäufung von Dingen uns glücklich macht. „Motten und Rost“ fressen diese Schätze auf und entlarven die Unwahrheit, dass sie uns jemals dauerhafte Freude bereiten können. Und doch werden wir jeden Tag mit Werbung überflutet, die behauptet, dass wir erst zufrieden sein werden, wenn wir nur diese eine weitere Sache kaufen. Aber wie Jesus Christus uns vor über 2.000 Jahren sagte, führt das Anhäufen menschlicher Schätze niemals zu wahrer Zufriedenheit.

Mary Baker Eddy erklärt: „SEELE hat unendliche Mittel, mit denen sie die Menschheit segnet, und das Glück würde schneller erlangt werden und sicherer in unserem Besitz bleiben, wenn wir es in der SEELE suchten. Höhere Freuden allein können das Sehnen des unsterblichen Menschen befriedigen. Wir können das Glück nicht innerhalb der Grenzen des persönlichen Sinnes definieren. Die Sinne gewähren keinen wirklichen Genuss” (Zitat WG17, 60:29).

Wahre Zufriedenheit entsteht nicht durch die Anhäufung von Dingen. „Glück ist geistig, aus WAHRHEIT und LIEBE geboren. Es ist selbstlos; daher kann es nicht allein existieren, sondern verlangt, dass die ganze Menschheit daran teilhabe. Liebe bereichert die menschliche Natur, erweitert, reinigt und erhebt sie“ (Zitat WG22, 57:18, 23-24).


Abschnitt 5: Lass die göttliche Liebe deinen Wert richtig einschätzen – als würdig!

Im fünften Abschnitt finden wir die Geschichte eines Zenturios, eines römischen Befehlshabers, der zu Christus Jesus kommt, um ihn um Heilung für seinen Diener zu bitten. Jesus sagt dem Hauptmann, er werde kommen und seinen Diener heilen, aber der Zenturio entgegnet im Wesentlichen: „Ich bin es nicht wert, dass du in mein Haus kommst, aber ich vertraue darauf: Wenn du sagst, dass mein Diener geheilt werden wird, ist es auch so.“ Christus Jesus ist vom Glauben des römischen Soldaten bewegt und heilt seinen Diener tatsächlich (Zitat B15, Matthäus 8:5-8, 10, 13).

Meines Erachtens ist dieser Bericht für den Kontext dieser Bibellektion relevant, weil der Hauptmann über eine falsche Selbsteinschätzung verfügt: Er hegt die unwirkliche Vorstellung, dass er unwürdig sei, dass er nicht gut genug sei, um die volle Botschaft Christi zu empfangen. Aber Christus Jesus durchschaut diese Unwirklichkeit und sieht in dem Zenturio einen würdigen Mann Gottes. Der Hauptmann ist ein hochrangiger Offizier – aber das ist nicht der Grund, warum Christus Jesus ihn als würdig betrachtet. Weder die Akkumulation von Dingen, wie wir in Abschnitt vier gesehen haben, noch die Anhäufung von Rang und Titeln reichen aus, um jemanden würdig zu machen. Wir sind würdig, weil wir der Ausdruck der göttlichen LIEBE, des göttlichen GEISTES sind.

Die Geschichte des Zenturios erinnert uns daran, dass wir uns nicht für unwürdig oder nicht gut genug halten sollten, damit der Christus bei uns einziehen kann. Du bist würdig. Du bist gut genug. Du bist genau hier und jetzt in der Lage, die heilende Gegenwart Christi in deinem Haus zu empfangen. Christus ist das Bewusstsein von GOTTES Gegenwart, und das Zuhause ist unser Bewusstsein des Guten. Es ergibt also Sinn, dass du Christus in deinem Heim aufnehmen kannst und dass du dieses Segens würdig bist.

Wenn wir Zweifel an unserer Würdigkeit hegen, können wir mit diesem Psalm beten: „Herr, du erforschst mich und kennst mich. Wie köstlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie groß ist ihre Summe! Sollte ich sie zählen, wären sie mehr als der Sand. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir“ (Zitat B14, Psalm 139:1, 17, 18).

Mir gefällt das Konzept „mehr als der Sand“ sehr. Sand zu zählen ist extrem schwierig bis unmöglich, selbst bei nur einer Prise davon. Und es ist definitiv unmöglich, alle Körner an einem Strand zu zählen. Ja, sie sind zählbar, und doch sind sie unendlich – genau wie die Güte in dir: Deine Güte ist zugleich zählbar und unendlich.

Christus Jesus begegnet der Not des Zenturios mit Liebe. Während der Hauptmann von Unwürdigkeit und Krankheit hypnotisiert ist, durchschaut Christus Jesus beides mit LIEBE und WAHRHEIT. Wie Mary Baker Eddy erklärt, demonstrierte Jesus „die Unfähigkeit der Körperlichkeit wie auch die unendliche Fähigkeit des GEISTES und half dadurch dem irrenden menschlichen Sinn, seinen eigenen Überzeugungen zu entrinnen und in der göttlichen Wissenschaft Sicherheit zu suchen“ (Zitat WG23, 494:17-22).


Abschnitt 6: Bau sicher auf solidem Fundament!

Nach meinem Verständnis erinnert uns diese Bibellektion über „Unwirklichkeit“ daran, was eine solide Grundlage für echtes Glück und Zufriedenheit ausmacht. Ein Großteil der Welt scheint sich darauf zu konzentrieren, mehr Dinge anzuhäufen, berufliche Titel zu erlangen und menschliche Theorien zu erlernen. Aber letztlich sind all diese Dinge vergänglich und nutzlos. Unser Fundament des Glücks darauf aufzubauen, ist vergleichbar damit, ein Haus auf Sand zu errichten. Wie Mary Baker Eddy schreibt: „Wir können auf falschen Fundamenten nicht sicher bauen. WAHRHEIT schafft eine neue Kreatur, in der das Alte vergeht und ,alles neu geworden’ ist. Leidenschaften, Selbstsucht, falsche Begierden, Hass, Furcht, alle Sinnlichkeit weichen der Geistigkeit, und die Überfülle des Seins ist auf der Seite GOTTES, des Guten“ (Zitat WG30, 201:7).

Die Psalmen erinnern uns daran, dass diejenigen, die „unschuldige Hände“ haben und „reinen Herzens“ sind – die Gutes tun und nur Liebe kennen –, Segen und reine Zufriedenheit empfangen (Zitat B16, Psalm 24:3-5). Besitzen wir „unschuldige Hände“ und ein „reines Herz“, werden wir Zeuge, wie „die Leidenschaften, die Selbstsucht, die falschen „Begierden, Hass, Furcht, alle Sinnlichkeit“ der Geistigkeit weichen. Und so erleben wir die „Überfülle des Seins […] auf der Seite GOTTES, des Guten.“ Mit anderen Worten: Wir erleben echte und greifbare Freude, Harmonie und Zufriedenheit.

Wenn wir uns mehr und mehr Christus, dem Bewusstsein der Gegenwart der LIEBE, widmen und die Wissenschaft der LIEBE und des reinen Liebens praktizieren, werden wir echtes Glück und Zufriedenheit finden. Irgendwann müssen wir die Unwirklichkeit – die begrenzte Vorstellung von uns selbst und der Welt – loslassen und die Botschaft Christi von der Wahrheit, die das ganze System beherrscht, akzeptieren.

Freude und Zufriedenheit entstehen aus dem Engagement für etwas Größeres, Reineres, Wirklicheres als das, was die Welt uns vor Augen zu halten scheint. Es ist möglich, sich von den Tendenzen der Sterblichkeit abzuwenden (den Tendenzen, Dinge anzuhäufen, uns selbst und andere als unwürdig zu betrachten, eine falsche Einschätzung des Körpers zu haben) und stattdessen die Sicht der göttlichen LIEBE auf uns zu akzeptieren. Jeden Tag können wir die alte, müde Sichtweise der Welt loslassen und den neuen Einblick der Liebe annehmen. Das kann jetzt geschehen. Und jetzt. Und jetzt.

Jeder einzelne Moment ist eine Gelegenheit, die Unwirklichkeit loszulassen und die Realität voller Freude und Zufriedenheit zu akzeptieren. Wie Mary Baker Eddy schreibt: „Jetzt ist die Zeit, in der sogenannte materielle Schmerzen und materielle Freuden vergehen müssen, denn beide sind unwirklich, weil in der Wissenschaft unmöglich. Um diesen irdischen Bann zu brechen, müssen die Sterblichen die wahre Idee und das göttliche PRINZIP alles dessen erlangen, was wirklich existiert und das Universum harmonisch regiert“ (Zitat WG31, 39: 22-28).

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